Die Geschichte der Schule

Seit 1938 schreibt das Bundesgymnasium Porcia Geschichte.

„Wer da war, war wer“, bemerkte der ehemalige ORF-Auslandskorrespondent Klaus Emmerich über jene, die 1943 den gymnasialen Kern des heutigen Bundesgymnasiums in der Baracke zwischen Schloss Porcia und dem Fluss Lieser besuchten und zum elitären Kreis der „Auserwählten“ zählten. Dieses Klischee sollte sich Jahrzehnte halten.

Dramaturg Antonio Fian - Maturajahrgang 1974

Mit viel Sprachwitz resümierte der Kulturpublizist und Dramaturg Antonio Fian, Maturajahrgang 1974, Jahrzehnte später: „‚Ah, Ginase geht a’, wurde gesagt über einen, respektvoll meist, manchmal verächtlich, später, beim Bundesheer, oft höhnisch angesichts der Schwierigkeiten beim Schützenloch-Graben: ‚Ginase gongen, aha, aha, Ginase gongen’.“

Standesdünkel von einst sind in den 2000er Jahren obsolet geworden.

Dem Tenor der heutigen Schülergeneration zufolge hätten sich die Werthaltungen und Prioritäten grundlegend geändert. Melanie Berger, Maturajahrgang 2008, erklärte nüchtern, was die studierende Jugend mehr bewegt: „Wir lebten quasi von einem Wochenende bis zum nächsten – die Tage von Montag bis Freitag galten lediglich zum Energietanken für die bevorstehenden geplanten Aktivitäten. Hausübungen wurden gezwungenermaßen gemacht, aber nur mit halber Hingabe, Termine von Schularbeiten und Tests wurden rein physisch aufgenommen, an der Vorbereitung für diese scheiterte jedoch das ganze Unterfangen – keine Zeit. Aber das alles war halb so schlimm, denn schlechte Noten waren kaum störend, wenn nicht sogar cool.“

„Schule schreibt Geschichte(n)“

Im Lesebuch “Schule schreibt Geschichte(n)” machen meinungsstarke Aussagen „Schule“ lebendig und spiegeln exemplarisch persönliche Erfahrungen wider. Protagonisten aus Politik, Wirtschaft, Literatur, Medien, Kunst, Musik, Medizin, Naturwissenschaften und Sport, aber auch Absolventinnen und Absolventen, die an ihre frühere Ausbildungsstätte als Lehrkräfte zurückkehrten, erzählten ihre „Schulgeschichte“ und erinnerten sich dabei an Strafen und Streiche, an wunderbare und hoch geschätzte ebenso wie an autoritäre und wenig verständnisvolle Lehrer. Auf autobiographische, anekdotische, essayistische oder aphoristische Weise trat ihre Schulzeit aus der Anonymität heraus, wurden Eindrücke und Erlebnisse gegenwärtig, wozu die Curricula Vitae schweigen.

Ein illustriertes Lesebuch zu 70 Jahre Bundesgymnasium „Porcia“ Spittal an der Drau (1938 – 2008), herausgegeben von Alfred Elste und Hermann Walder, Klagenfurt/Celovec – Ljubljana/Laibach – Wien/Dunaj 2008 erhalten Sie in jeder gut sortierten Buchhandlung oder im Sekretariat des Bundesgymnasiums Porcia.